Mittwoch, 3. Juni 2015

Sommerherz


Wie es sich sehnt nach dem warmen Sand unter den Füßen, nach der leichten, salzigen Brise die streift durch mein Haar. Es zu diesen leichten Wellen werden lässt, die sanft das Gesicht umspielen. Nach den glitzernden Sonnenstrahlen, die der Haut diesen nussbraunen Teint verleihen. Nach dem Rauschen der Wellen, die rythmisch auf den Sand aufschlagen. Ich tauch ein in das frische, kalte Wasser, lasse mich treiben von der Strömung, schwimme, immer weiter, immer tiefer in die Weiten dieses blauen und endlosen Ozeans. Lasse mich faszinieren von seinen Farben, seiner Vielfalt. Ich verliere mich in ihr, werde Eins, spüre sie ganz klar, ganz deutlich. Bis mich etwas nach oben zieht, erst leicht, dann stärker. Ich versuche mich festzuhalten, festzuhalten an einen Gedanken, meine Erinnerung. Doch es ist zu spät. Ich tauche auf. Bin wieder angekommen, angekommen in dieser monotonen Einfalt des Alltags, der Realität, meinem Leben.
Es seht sich danach, mein Herz, nach diesem Ort, dieser Zeit, diesem Gefühl, das sich Sommer nennt.

Sommer, Sonne, Strand. Wer sehnt sich nicht danach? Heute zeig ich euch ein Outfit was dies für mich perfekt verkörpert und zwar ein Spitzenjumpsuit, Blumen ( idealer wäre eine Blumenkrone) und ganz viele goldene Accessoires, die jedem etwas Teint ins Gesicht zaubern. Fehlen nur noch die angesagten Flash-Tattoos und schon kann das Festival beginnen.

Vanessa  




Montag, 1. Juni 2015

I'm in my twenties now


Der Wecker klingelt, mein Blick schweift über die verschwommenen Ziffern,  die auf dem Bildschirm  mit grellem Unterton erscheinen. 8.50 rufen sie, Zeit aufzustehen. Ich strecke mich ,kneife die Augen zusammen als mich die frühen Sonnenstrahlen durch die Fensterscheibe treffen. Lächle kurz in mich hinein beim Gedanken an meine nächtlichen Träume. Suchend tastet meine Hand das Bett ab, wo ist es?... ah da. Routiniert und fast automatisch, tippe ich den Code in mein silbernes iPhone, ich will gerade mein tägliches Instagram-Feed abrufen, als etwas anderes  meine müden Augen kreuzt : 31.05.2015. Da war es, dieses leicht stechende Gefühl, wenn das Herz anfängt zu schlagen, von einem Hauch Panik und einer Spur Vorfreude begleitet. "20, du wirst heute 20!",  wiederholen meine Gedanken fordernd. Wie ich ihn verdrängt habe, diesen Moment, indem diese 2 ihren Platz einnehmen wird und jegliche kindliche Unvernunft, Planlosigkeit, Unsicherheit und Naivität mit sich. Wie abgestempelt spüre ich nun die Bürde dieser Zahl auf meiner Stirn,  Selbstbewusstsein, Verantwortung, Selbstständigkeit, flüstert sie leise in mein Ohr. Ich spüre einen leichten Druck auf meiner Brust, stehe auf und Blicke in die leicht verschmutzte Scheibe in der ich mich wiedererkenne. Befremdlich mustere ich mein eigenes Spiegelbild,  wie kleine  Momentaufnahmen strömt es nun auf mich zu, da stehe ich ganz aufgeregt mit meiner Schultüte, Blicke in die tröstenden Augen meiner Mutter als ich meinen Bänderriss hatte, sehe mich erleichternd mit dem Führerschein oder dem Abiturzeugnis in der Hand. Wann habe ich mich so verändert? Ich schweife weiter über mein Gesicht - da- , ein kleiner sichelförmiger Bogen zeichnet sich an meinen Mundwinkeln ab "das sind also Falten", sage ich mir. Ich muss daran denken wie sie entstanden sind, sehe mich lachen, lachen mit Menschen die schon gestorben sind, mit Menschen die ich aus den Augen verloren habe, aber auch jene die geblieben sind und mit denen ich noch weiter lachen werde. 20 also, da ist er wieder dieser Stich, der mir ins Gedächtnis ruft etwas verpassen zu können, gedanklich entsteht meine persönliche To-Do Liste. Habe ich schon alles erreicht, was ich bis jetzt erleben wollte? Ich will laufen, rennen habe das Gefühl die Zeit läuft ab.....Halt! Sage ich mir, es ist nur eine Zahl. Sie lösen sich langsam auf, die übereilten Ängste, der steigende Druck auf meiner Brust. Plötzlich dämmert es mir, ich bin nicht alleine, ich war es nie!  Zielstrebig berührt meine Hand die Klinke der Tür, da steht sie schon, die Person, die von Anfang an da war, meine zweite Hälfte, wie selbstverständlich nimmt sie nun  wieder ihren fast vergessenen Platz in meine zuvor geschilderten Erinnerungen auf, da sehe ich uns wieder, streitend über lästige Kleinigkeiten, dankbar auf erlebten Urlaubsreisen, singend im Auto nach dem 18.Geburtstag, weinend und lachend bei den nächtlichen Gesprächen, nach denen alle Probleme für einen kurzen Moment vergessen scheinen, schnell wische ich sie von meiner Wange, die heimliche Träne. " Happy Birthday" flüstere ich und umarme meine Schwester, genauer meine Zwillingschwester und sehe sie schon vor uns, alle zukünftigen Ups und Downs des Erwachsenwerdens, mit nur einem Unterschied: Wir werden sie gemeinsam erleben! 

Vanessa & Madeleine